23. bis 29. April

Unser Spielplan bot Familienvorstellungen an unterschiedlichen Orten am Nachmittag oder am Wochenende. Zudem wurden die Inszenierungen unter der Woche in Kitas im Wedding, in Pankow, Kreuzberg und in Lichtenberg gezeigt.

Neben den Aufführungen stand die Vernetzung und der Austausch unter den Akteur*innen im Mittelpunkt des Festivals. In drei Forschungslaboren erkundeten Künstler*innen aus unterschiedlichen Feldern neue Formate zwischen Theater, Neuem Zirkus und zeitgenössischem Tanz. Ein Fachtag zum Musiktheater für die Jüngsten stellte verschiedene Ansätze dieses Genres vor und ein International Meeting zeigte das Potenzial der Vernetzung von Künstler*innen unterschiedlicher Länder auf. Wir hoffen Kooperationen gestiftet und neue künstlerische Projekte initiiert zu haben.

Wir freuen uns auf das nächste Festival und ein baldiges Wiedersehen in Berlin! 

Das Team des Berliner Schaufenster
und das Ensemble des Theater o.N.

Mobiles Atelier | TonKlangStein – auf der Erde sein

Ein Theaterworkshop für kleine und große Menschen, jung und alt

Auf der Basis zweier musikalischer Inszenierungen für die Jüngsten - »Affinity«, einer Performance für die Ohren und dem Klangkunstspiel »Kling, kleines Ding« laden die Spieler*innen in einen offenen Experimentierraum ein, in dem sprachliche Grenzen geöffnet und gemeinsam und alleine gespielt und ausprobiert werden kann.

Im ersten Teil des Workshops gehen die Teilnehmer*innen mit auf eine Reise in den sinnlichen Klangraum der Stimme. Töne schwirren über die Köpfe hinweg. Stille. Lauschen. Hustet jemand? Raschelt es? Worte? Chinesisch? Deutsch? Türkisch? Eine Melodie erklingt. Ein Schlaflied kann ein Kind beruhigen, ein tiefer Ton Aufmerksamkeit erzeugen. Ein Ruf, ein Vogelschrei, ein Flattern. Zart und leise, wie wenn mein Kopf auf dem Schoß eines anderen liegt. Laut rufend, als begrüßten wir uns von Berg zu Berg. Ein Rhythmus entsteht. Hände klatschen, streichen, reiben. Der Boden wird zur Klangfläche. Runde Steine rollen auf den Boden, große und eckige Steine kommen dazu. Der Raum verändert sich.

Im zweiten Teil des Workshops wird der Klang der Steine untersucht. Alle Teilnehmer*innen haben Zeit das Steinreich zu erkunden. Zu lauschen, zu spielen, mit den Händen zu berühren, mit den Trommelschlegeln zu klopfen. Momente gemeinsamen Musizierens, aufeinander Hörens. Aus dem »Klangchaos« führen die Performer*innen die Teilnehmenden mit dem Lied »Elefano« aus dem Theaterstück »Kling, kleines Ding« heraus und beenden die Reise mit einem vielstimmigen Kreisgesang.

 

Worte der französischen Theatermacherin Catherine Poher:

»Wir bekommen Kinder, sie werden zum Wichtigsten in unserem Leben, aber wagen wir es wirklich, das LEBEN mit ihnen zu teilen? Unser eigenes Leben mit den Augen des Kindes zu erleben? Mit jenen Augen, die man selbst als Kind hatte?«

Der Workshop könnte ein Versuch in dieser Richtung sein.

Forschungslabore

Neben den Inszenierungen bilden die Forschungslabore den zentralen Gegenstand für den fachlichen Austausch im Schaufenster 2018.

Theaterarbeit für die Jüngsten ist immer eine explorative, forschende Arbeit, da hier nur in seltensten Fällen auf der Grundlage eines geschriebenen Theaterstücks gearbeitet wird. Vielmehr steht zu Beginn der Arbeit ein künstlerisches Interesse an einem bestimmten Material oder einer bestimmten Form oder einfach die Neugier auf die Zielgruppe.

Die Idee der Labore ist, dass sich ein kleines Kollektiv von Künstler*innen zwischen Januar und April in zwei bis drei kürzeren Probeneinheiten zusammen findet und zu einer selbst gestellten Forschungsfrage ergebnisoffen experimentiert. Bei Bedarf haben sie die Möglichkeit, ihre Ideen in Begegnungen mit Kitas zu überprüfen.

Die drei Labore treffen sich einmal während der Forschungsphase und einmal zu ihrem Abschluss zu einem Arbeits- und Erfahrungsaustausch.

»Zeitgenössischer Tanz«

mit Florian Bücking, Rafal Dziemidok und Raisa Kröger

In dem Labor werden die drei Künstler*innen die Sprache des zeitgenössischen Tanzes auf spezifische Möglichkeiten der Kommunikation mit sehr jungen Kindern hin untersuchen. Tanz verstehen sie dabei als abstrakten und formalen Bewegungscode, der in einem bestimmten Raum zu einer bestimmten Zeit stattfindet. In den Fokus ihrer Recherche stellen die Künstler*innen die Arbeit mit Gegensätzen: abstrakt vs. konkret und narrativ vs. nicht narrativ.

»Neuer Zirkus und Theater« | Kopfüber Spinnen

mit Oskar Mauricio Rojas Guasca und Minouche Petrusch

In diesem Forschungslabor sollen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede des körperlichen Theaters und des neuen Zirkus untersucht werden. Artistische Nummern des klassischen Zirkus mögen beeindrucken, doch erzeugen sie gleichzeitig eine Distanz ohne Identifikationsmöglichkeit. Wo ist die Grenze von echtem Interesse am anderen zu Exotismus? Muss das eine Genre in das andere integriert werden, können die Ausdruckskulturen nebeneinander bestehen, gibt es eine Verschmelzung zu etwas Neuem?

»Natur – Körper«

mit Jared Gradinger, Shelley Etkin und Doreen Markert

Jared Gradinger, Shelley Etkin und Doreen Markert möchten mit Kindern ab vier Jahren unter der weitgefassten Überschrift „Natur und Körper“ arbeiten. Sie interessiert, welches Verhältnis kleine Kinder zu unserer natürlichen Umwelt haben und vermuten, dass sie über ein erstaunliches, intuitives, im Körper verankertes Wissen verfügen, das sie mit der Natur verbindet. Als Erwachsene geht uns dieser Bezug häufig verloren. Wie drückt sich unsere menschliche Natur aus? Wie kommunizieren wir miteinander und wie mit anderen, nicht-menschlichen Lebensformen? Was liegt an den Rändern unserer Wahrnehmung, oder gar im Verborgenen? Mit einer Gruppe von Kita-Kindern werden diese Fragen untersucht – und zwar mit Blick auf ein installatives Setting, in dem das gefundene Material sichtbar werden kann.

Film director Katelyn Stiles accompanied our Research Laboratories within the framework of Berliner Schaufenster 2018 - here you can now see the result. A big thank you to all involved!

www.katelynstiles.com

Workshop: Appreciative Dialogue

mit: Pilar Santelices (Chile/UK) und Peter Manscher (Dänemark)

Appreciative Dialogue ist ein Workshop, der sich mit der Begegnung von Publikum und Künstler*innen beschäftigt. Wir teilen eine künstlerische Erfahrung und öffnen einen Raum für offene und neugierige Fragen. Appreciative Dialogue gründet auf einem positiven und offenen Ansatz. Es geht nicht von persönlichen Meinungsäußerungen wie »Ich glaube…« aus.

Wir alle sind Expert*innen unserer eigenen Gefühle und Erfahrungen, unabhängig von unserem Beruf, Alter, unserer Nationalität, Erfahrung und Kultur, und während des Workshops erkunden wir verschiedene Wege, unsere Gedanken und Ideen mit anderen zu teilen und lernen auf diese Weise unterschiedliche Möglichkeiten kennen, Kunst zu erleben. Darüber hinaus geht es darum, die eigene Rezeption zu schärfen und Kunst besser bewerten zu können – sei es als Zuschauer*in oder als Künstler*in.

Inszenierungen 2018

31.05.2018 |

TonKlangStein – auf der Erde sein (2+)

Eine interaktive Performance für kleine und große Menschen, jung und alt | Auf der Basis zweier musikalischer Inszenierungen für die Jüngsten - »Affinity«, einer Performance für die Ohren und dem Klangkunstspiel »Kling, kleines...weiter


26.04.2018 |

Prinz Primel ist verschwunden

Ein Märchenmedley frei nach den Gebrüdern Grimm mit Puppen und Live-Musik ab 5 | Retrofuturisten | WANTED! Prinz Primel, der Verlobte von Prinzessin Tausendschön, ist verschwunden. Zuletzt gesehen auf der Suche nach dem Ende...weiter


26.04.2018 |

Zusammen

ab 4 | ZIRKUSMARIA | Das gesellschaftliche und familiäre Zusammenleben wird zunehmend komplexer und anspruchsvoller. Herkömmliche Strategien zur Bewältigung reichen nicht mehr aus – Zusammen heißt nicht gleich – Zusammen heißt...weiter


25.04.2018 |

Social Muscle Club goes Kita

für Kinder ab 4 Jahren Was kann ich geben? Was möchte ich haben? Das sind die beiden zentralen Fragen, um die sich alles dreht, wenn in diesem Club die sozialen Muskeln trainiert werden. Inspiriert von einem Arbeiterclub in...weiter


24.04.2018 |

Matti Patti Bu

Theater mit buntem Schattenspiel, einem Schauspieler und Livemusik 
für Kinder von 3-6 Jahren | Fliegendes Theater | Ein Mann und eine Frau erschaffen eine Schattenfigur. Sie setzten sie aus Teilen zusammen, lassen sie erste...weiter


24.11.2017 |

Schnürchen (3+)

Installation/Konzert/Labor ab 3 Jahre | Theater o.N. | In diesem magischen Klanglabor verbinden sichtbare und unsichtbare Fäden drei Stationen im Raum miteinander. Drei Zauberlehrlinge haben ihr eigenes Material mitgebracht,...weiter


04.11.2017 |

Klangquadrat (2-10)

Musikalische Performance für Kinder von 2-10 Jahren und Erwachsene | Theater o.N. | Wie kann man Musik sichtbar machen? Diese Frage stellten sich die Komponisten und Musiker Florian Bergmann und Benedikt Bindewald und die...weiter


10.03.2017 |

Affinity (½+)

Bildergalerie

Performance für die Ohren für Erwachsene sowie Babys und Kleinkinder ab 6 Monaten | »Affnity« bedeutet Anziehung und darum geht es: In einem offenen Raum bilden die Zuschauer*innen kleine Inseln. Die Performer*innen füllen den...weiter


Das »Berliner Schaufenster 2018« wird gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa des Landes Berlin im Rahmen der Förderung von stadtpolitisch relevanten Festivals 2018/19. In Kooperation mit der Schaubude Berlin. Mit freundlicher Unterstützung von ada Studio & Bühne, Atelierhaus Australische Botschaft (OST), BALLHAUS OST, Bibliothek am Luisenbad, Expedition Metropolis, Theaterhaus Berlin Mitte, Uferstudios GmbH, Theaterscoutings Berlin u.a.