16.09.2021 | 2+, 3+, 4+, Stücke, Kinder, Repertoire, Berliner Schaufenster 2021, 10+, Erwachsene |

HARVEST (3+)


Ein Tanzstück von Isabelle Schad für Menschen jeden Alters |

Wie klingt ein Weidenstock? Wie liegt er in der Hand? Wie unterscheiden sich die großen von den kleinen Stäben? Die braunen von den grünen? Die alten von den jungen? Und wie werden sie zu einer Marionette, einem Walfischbauch oder Wald, wie zu einem Monster oder einer Peitsche?

Um Achtsamkeit geht es in Harvest; und um die Frage, wie man mit Natur arbeitet, sie nutzbar macht und ihr dabei respektvoll gegenübertritt. Die Choreografin Isabelle Schad erkundet dazu mit drei Tänzer:innen und einem Musiker den Reisig und erschafft überraschende und sich immer wieder verändernde Landschaften. Zwischen der Erkundung des Materials, dem Schichten, Lagern, Biegen der Gerten, Zweige und Äste sowie dem Lauschen auf das Knistern und Knacken in der Stille entwickelt sich ein fantasiereiches Spiel mit scheinbar schwerelosen Zauberwesen und anderen kleinen Wundern, die erscheinen - und wieder verschwinden. Mit Poesie und Leichtigkeit erkundet das Ensemble das Verhältnis von Mensch und Natur – aber auch den Klangkosmos der Weiden, welche die Rhythmen für die Ernte und den Tanz erzeugen.

Isabelle Schad studierte klassischen Tanz in Stuttgart und tanzte für viele Choreografen, bis sie 1999 anfing ihre eigenen Projekte zu initiieren. Ihre Arbeiten befinden sich an der Schnittstelle zwischen Tanz, Performance und Bildender Kunst und werden auf internationalen Festivals gezeigt, wie u.a. ImPulsTanz Wien, Tanz im August, International Arts Festival Beijing, Biennale Tanz Venedig. Sie arbeitete weltweit mit Goethe Instituten zusammen und ist regelmäßig bei der Internationalen Tanzplattform Deutschland zu Gast. Im Rahmen von Deutscher Tanzpreis 2019 erhielt Schad eine Ehrung für herausragende künstlerische Entwicklungen im zeitgenössischen Tanz.

Harvest ist die erste Arbeit der Choreografin Isabelle Schad, die für ein ganz junges Publikum ab 3 Jahre entwickelt wird. 2019/2020 hat Isabelle Schad bereits ihre Inszenierung „Der Bau“ nach der Erzählung von Franz Kafka für ein Kinderpublikum ab 6 und 3 Jahre (für das FRATZ Festival) adaptiert und dadurch erste Erfahrungen mit der jungen Zielgruppe gesammelt. Beide Arbeiten entstehen in Koproduktion mit dem Netzwerkprojekt „Offensive Tanz für junges Publikum Berlin“.

Regie, Choreografie: Isabelle Schad
Musik, Live-Sound: Damir Simunovic
Licht, künstlerische Assistenz: Emma Juliard
Bühne: Isabelle Schad
Tanz, Co-Choreografie: Jan Lorys, Aya Toraiwa, Manuel Lindner
Dramaturgische Beratung jüngstes Publikum: Dagmar Domrös
Ernte der Weiden: Volker Hüdepohl
Organisatorische Mitarbeit: Heiko Schramm

Uraufführung: 16.09.2021
Dauer: ca. 35-40 Minuten

Eine Produktion von Theater o.N. im Rahmen der »Offensive Tanz für junges Publikum Berlin«, gefördert von TANZPAKT Stadt-Land-Bund und Berliner Senat für Kultur und Europa (Kofinanzierungsfonds). | In Kooperation mit Wiesen55 e.V.

Theater o.N. ist ein Partner der Offensive Tanz für junges Publikum.

»Mir hat die Idee gefallen, dass unsere Ernte recycelt, weiterverwendet und genutzt werden kann. Damit werden relevante Themen unserer Zeit ganz nebenbei und spielerisch ins Zentrum gerückt: Es geht um die Aufmerksamkeit, um Respekt und Achtung der Natur gegenüber, die wir erbringen müssen, um unser Ökosystem und – am Ende des Tages – unseren Planeten nicht zu zerstören.
[...] es gibt kein kritischeres Publikum diesbezüglich als Kinder, gerade wenn sie noch ganz jung sind. Es ist ja eigentlich das schönste Geschenk, das man sich und anderen machen kann, wenn man nach den sinnlichen, haptischen Erfahrungen sucht, die abseits von Verstand und Konzept wahrgenommen werden und zugleich kleine Wunder im eigenen Erfahren auslösen können.«

– Isabelle Schad "Sinnliches Spielmaterial" | Tanzraum Berlin | Mai/Juni 2021
mehr